14. Hilfstransport: Wärme, Licht, Zusammenhalt im vierten Kriegswinter
„Wir sind für jede Hilfe dankbar, gerade jetzt, wo die Lage so kritisch ist. Ihr unterstützt uns immer weiter und kommt persönlich zu uns nach Odesa, das gibt uns die Kraft, selbst anderen zu helfen.“ So beschreibt es eine Partnerin, die wir in der NGO Winds of Change treffen. Dabei leisten sie und ihr Team trotz widrigster Bedingungen alles Menschenmögliche, um den Schwächsten im Krieg beizustehen.
Nach gut 24 Stunden und einer schneereichen Nachtfahrt hatten wir zuvor Odesa am Mittag erreicht. Die Großstadt am Schwarzen Meer leidet wie weite Teile des Landes unter immer längeren Abschaltungen und Ausfällen von Strom, Wasser und der Wärmeversorgung. Nacht für Nacht greift Russland ganz gezielt Kraftwerke, Wohnviertel und andere Versorgungseinrichtungen wie Krankenhäuser an. Winds of Change fährt in solchen dunklen Stunden mit mobilen Krisenteams zu den ausgebombten Menschen, um sie mit dem Notwendigsten zu versorgen und erste Seelsorge zu leisten sowie sie bei Anträgen und Notunterkünften zu unterstützen.
Darüber hinaus unterhält die NGO Familien- und Sozialzentren, wo sie auch längerfristig die vom Krieg besonders betroffenen Gruppen wie Familien oder ältere und ärmere Menschen mit Therapie, Bildungs- und Betreuungsangeboten stärkt. „Jedes Kind hat doch ein Recht auf eine geschützte und sorglose Kindheit. Wir tun alles, was hier möglich ist, um die Kinder trotz dieser Bedingungen zu stärken“, erklärt uns eine Therapeutin beim Besuch des Familienzentrums. Zusammen mit der NGO Be An Angel haben wir wieder zahlreiche Weihnachtspäckchen, Schlafsäcke und warme Kleidung besorgt und verteilen sie bei einer Weihnachtsfeier an Kinder, die ein oder beide Elternteile im Krieg verloren haben. Manche Kinder freuen sich, wirken unbeschwert, andere sind zurückhaltend und in sich gekehrt. Alle leiden unter den täglichen Luftangriffen und den Verlusten, die der Krieg in die Familien schlägt.


Dieses Familienzentrum ist ein Ort, wo den Familien geholfen wird, der geschützt im Souterrain Platz für Begegnung, Spiel und Erholung schafft. Damit solche sicheren Orte auch in Phasen der Stromausfälle weiter hell und warm bleiben, liefern wir sechs Generatoren mit Unterstützung von ASF und der Firma ELMAG. Eines der Großgeräte geht zudem an Ambulance of Kids in Kyiv, die schwer verletzte oder erkrankte Kinder versorgen und spezielle Krankentransporte und der Evakuierung übernehmen. Die NGO Litte Sunshine stellte zudem zahlreiche Solalampen mit integrierten Powerbanks zur Überbrückung der Ausfälle.
Mithilfe von ASF und Apotheker ohne Grenzen konnten wir außerdem ein Kinderkrankenhaus und NS-Verfolgte in Odesa, Sdolbuniv und Perejaslaw mit Medikamenten beliefern: Schmerz- und Beruhigungsmittel, aber auch Mittel zur Versorgung von Erkältungskrankheiten – nach den schlaflosen und kalten Nächten dringend benötigt. Angesichts der Streichungen der US-Entwicklungshilfe durch die Trump-Administration ist unsere Hilfe bei der Medikamentenversorgung auch in relativ kleinem Maßstab umso wichtiger geworden.
Wir vom BerlinOdessaExpress werden auch 2026 mit unseren Transporten weitermachen. In diesem ausgehenden Jahr haben wir mit der Übergabe von zwei Rettungsfahrzeugen und zwei Feuerlöschfahrzeugen sowie Hilfslieferungen im Sommer und zum Jahresende neue Wege beschritten. Mit Be An Angel, Ambulance for Kids, dem Blau-Gelben-Kreuz sowie vielen weiteren Partnern in der Ukraine haben wir neben unseren bewährten Partnerschaften das erste Mal zusammengearbeitet. Im neuen Jahr werden wir mit der Planung des nächsten Transports beginnen und bitten dafür schon heute um eure Unterstützung.


14. Hilfstransport: Generatoren und Medikamente für sichere Orte im Kriegswinter
Im Sommer konnten wir bei unserem letzten Transport Orte der fast täglichen Angriffe auf Odesas Wohnviertel besuchen: Es trifft große Wohnblocks ebenso wie denkmalgeschützte Hinterhöfe in der Altstadt oder kleine Datschen am Rand der Stadt. Wir sprachen mit Ersthelfern unserer Partnerorganisation Winds of Change. Sie kommen direkt nach den Angriffen in mobilen Teams, um die ausgebombten Menschen mit dem Notwendigsten zu versorgen und seelsorgerisch zu betreuen.
Unsere Partner unterstützen auch bei der Beantragung von Hilfsleistungen, bei der Suche nach einer neuen Bleibe, der Betreuung der Kinder und therapeutischer Hilfe. Mit speziellen Angeboten für Familien, Frauen und Menschen mit Behinderung geben sie den Menschen eine Perspektive für den weiteren Bildungs- und Berufsweg.
Dafür stellen Winds of Change und Kommunen sichere Orte bereit, an denen es auch bei den stundenlangen Stromausfällen nach Angriffen weiterhin warm und hell bleibt. Daher bereiten wir einen neuen Transport vor, um mit Generatoren und Medizin sichere Zufluchtsorte für die Schwächsten im Krieg zu stärken. Außerdem sammeln wir für Medikamente, die NS-Überlebenden, Kriegsflüchtlingen sowie Krankenhäusern zu Gute kommen. Neben der materiellen Hilfe senden wir wieder Weihnachtsgrüße und kleine Pakete mit.
Diese konkrete Hilfe macht einen großen Unterschied vor dem nächsten Kriegswinter. Genauso wichtig wie die Rettungstechnik ist dabei auch die therapeutische und praktische Unterstützung. Dafür bitten wir um Unterstützung. Jeder Beitrag hilft, um Menschen zu retten.


WE AID-Spendenplattform mit neuem Web-Auftritt und neuem Link
Der BerlinOdessaExpress verwaltet seine Spenden über die Plattform WEAID. Sie stellt die rechtssichere und effiziente Verwaltung der Spenden und Abrechnung unserer Ausgaben sicher. WE AID wurde nach dem russischen Angriff von der Phineo Stiftung ins Leben gerufen, um den vielen privaten Initiativen dabei zu helfen, mit wenig Aufwand die Spendenverwaltung zu stemmen und möglichst alle Kraft in die humanitäre Nothilfe stecken zu können.
WE AID hat nun eine neue Web-Präsenz gestartet. Dadurch gibt es auch einen neuen Spendenlink für den BerlinOdessaExpress: https://www.we-aid.org/de/project-details/30/
Wir danken euch für jede Spende. Wie gewohnt könnt ihr dort per Überweisung oder Paypal spenden. Bei Fragen stehen wir gerne bereit.
13. Hilfstransport: Erster Rettungseinsatz direkt am Tag nach der Übergabe
Geliefert und schon am nächsten Tag im Einsatz, um Leben zu retten. Die Hilfsinitiative BerlinOdessaExpress hat zwei Feuerlöschfahrzeuge in den Südosten der Ukraine gespendet. Hier in Cherson braucht der Zivilschutz diese Unterstützung bitternötig. Denn tagtäglich werden die Menschen von Drohnen angegriffen und auch oftmals die Retter*innen, die ihnen zu Hilfe kommen.
Auf Vermittlung der Partnerorganisation Winds of Changes wandte sich der Zivilschutz der Region Cherson im Sommer an den BerlinOdessaExpress. Innerhalb weniger Wochen konnte der Bedarf und die konkreten technischen Details geklärt und aus kommunalen Beständen zwei gebrauchte Fahrzeuge in gutem Zustand günstig erworben werden. In Deutschland gibt es zahlreiche Gebrauchtwagen von Feuerwehren und technischen Hilfsdiensten, so dass es sinnvoll ist, hier die Wagen zu erstehen und den weiten Weg in die Ukraine für die Übergabe in Kauf zu nehmen. Die Fahrzeuge waren mit Tempo 90 auf den gut 1.700 Kilometern von Berlin über Polen bis in die Ukraine unterwegs. Feuerwehrleute aus Dänemark übernahmen diese Überführung ehrenamtlich. Die Hilfsorganisationen Be An Angel und Ambulance for Kids halfen mit ihren Kontakten. Ukrainische Feuerwehrleute boten in ihren Wachen Schlafgelegenheiten für die Übernachtungen.
Die Hilfe wurde sofort angenommen. Schon am nächsten Tag war einer der Wagen umgehend im Einsatz. Denn die Region Cherson wird tagtäglich von russischer Artillerie und Drohnen angegriffen. Ganz gezielt wird die Zivilbevölkerung attackiert, die nach der Befreiung der zuvor russisch besetzten Gebieten westlich des Flusses Dnipro immer noch ausharrt. Gerade ältere und ärmere Menschen können oder wollen auch nicht ihre Häuser und Gärten verlassen. Haupt- und ehrenamtliche Hilfsteams versorgen sie mit dem Nötigsten und kommen im Notfall, um zu suchen, bergen und zu löschen. Dabei werden die Rettungsteams ebenfalls gezielt ins Visier genommen. Zahlreiche Löschfahrzeuge und Krankenwagen wurden von Drohnen zerstört.


Die Partnerorganisation Winds of Changes unterstützt die Betroffenen mit Medikamenten, Hygienematerial und therapeutischen Angeboten. Nach Angriffen fahren Notfallteams zu den ausgebombten Menschen, um Seelsorge zu leisten und bei Evakuierung und allem weiteren zu helfen. So brachte die nunmehr 13. Hilfslieferung des BerlinOdessaExpress neben Lösch- und Bergetechnik auch medizinisches Material und Hygieneprodukte ins Land. Noch wichtiger als diese materielle Form der Solidarität war das Wiedersehen mit den Ehrenamtlichen aus Deutschland und Dänemark. Sie zeigt den übernächtigten Menschen vor Ort, dass ihr Schicksal nicht in immer neuen Krisenmeldungen untergeht, sondern zählt.
Wir danken allen Helfern und Spendern, die diese wichtige Unterstützung möglich gemacht haben! Der nächste Transport steht schon vor der Tür. Mit Blick auf den nächsten Kriegswinter sammeln wir, um die Ersthelfer*innen sowie psychosoziale und medizinische Angebote zu unterstützen.
13. Hilfstransport Herbst 2025: Sie schicken Drohnen. Wir die Feuerwehr!
Tagtäglich machen in Cherson nahe der Front Artillerie und Drohnen Jagd auf die Zivilbevölkerung. Die Angriffe treffen die Schwächsten: Arme und ältere Menschen, die ihre Häuser auf den Dörfern nicht verlassen können oder wollen. Die Initiative BerlinOdessExpress sammelt nun Spenden für zwei Rettungsfahrzeuge.


Trotz des Abzuges der russischen Besatzungstruppen vom rechten Ufer des Dnipro ist die humanitäre Situation in der Region Cherson äußerst angespannt. Die immensen Bau- und Umweltschäden nach der Flutkatastrophe, die auf eine russische Sprengung eines Großstaudamms am riesigen Strom folgte, sind immer noch nicht bewältigt. Und täglich greifen die russischen Truppen von der linken Uferseite mit Artillerie und Drohnen an. Sie greifen dabei ganz gezielt die verbliebene Zivilbevölkerung an. Mit Minidrohnen wird gezielt Jagd auf die Menschen bei ihren täglichen Alltagswegen gemacht. Mit größeren Drohnen werden außerdem Wohnhäuser und die Gemeindeinfrastruktur zerstört.
Der Zivilschutz und mutige Ehrenamtliche unterstützen diese Menschen mit dem Lebensnotwendigen. Und sie retten nach Angriffen. Löschen die Brände, suchen Verschüttete und helfen den Überlebenden in der Notlage, wenn das eigene Haus schlagartig durch einen Angriff unbewohnbar wurde, Angehörige verwundet oder umgekommen sind: seelsorgerisch, aber auch mit Anträgen, bei der Suche nach einer neuen Bleibe, Betreuung für die Kinder.
Auch mittelfristig unterstützen Partnerorganisationen wie Winds of Changes die Betroffenen, so gut wie möglich die Kriegssituation zu bewältigen. Sie kommt mit mobilen Therapie- und Entspannungsangeboten in die frontnahen Gebieten zu Familien, die unter dem Dauerbeschuss leiden. Neben persönlicher Therapie und praktischer Beratung geht es in gemeinsamen Auszeiten mit den Kindern und Eltern aber auch um Momente des Spielens und Spaßes für die Kinder, die sonst viel Zeit ohne andere Kinder in geschützten Räumen verbringen müssen.
Der BerlinOdessaExpress ruft zu Spenden für zwei Feuerlöschfahrzeuge mitsamt Ausstattung auf. Sie werden vom Zivilschutz dringend für diese Nothilfe gebraucht. Wie immer wurde der Bedarf und die technischen Details eng mit den Partnerorganisationen vor Ort abgestimmt. Die Wagen werden direkt übergeben.


12. Hilfstransport Juli 2025 – Rettungswagen und Medikamente für Odesa und Cherson
„Nach all den schlaflosen Nächten mit Angriffen Euch hier zu sehen, gibt uns Zuversicht. Wir fühlen uns weniger allein. Die Rettungswagen und Medikamente helfen, vor allem aber ist es eure Solidarität.“ Diese Worte einer Partnerin begleiten uns noch immer. Nach 29 Stunden Fahrt sind wir gerade mit zwei Rettungsfahrzeugen in Odesa angekommen.
Die Kartons mit Medikamenten, Hygienemitteln, Säuglingsnahrung und Werkzeug sind eben ausgeladen. Nun haben wir Zeit für ein erstes Gespräch mit den Partner*innen von Winds of Change.
Auf den zweiten Blick sehen wir die Wunden der Stadt und ihrer Menschen
Odesa wirkt auf den ersten Blick wie eine lebendige Metropole im Hochsommer. Die Alleen sind grün, Cafés und Plätze belebt. Doch der zweite Blick zeigt die offenen Wunden dieser Stadt und ihrer Menschen. Unsere Partner führen uns zu den Orten der meist nächtlichen Angriffe. Fast jede Nacht kann es willkürlich ein anderes Wohnviertel treffen. Wohnblocks, einen malerischen Hinterhof in der Altstadt, Datschen in einem Vorort. Die unsicheren Nächte ohne Schlaf zehren aus. Besonders trifft es die Schwächsten: Kinder, Ältere, Menschen mit Behinderung oder Erkrankung.
Die mobilen Krisenteams von unserem Partner Winds of Change fahren nach solchen Angriffen zu jenen, die gerade alles verloren haben. Sie helfen seelsorgerisch und ganz praktisch bei Anträgen, dem Organisieren einer Notunterkunft oder Plastikplanen für die vielen zerstörten Fenster – künftig mit einem Gruppenwagen, den wir aus Beständen des Katastrophenschutzes günstig erstanden und ins Land überführt haben. Gerade mit Blick auf den Herbst und Winter können hier die obdachlos gewordenen Menschen im Warmen betreut werden, bevor sie durch Winds of Change in eine Notunterkunft gebracht werden.


Der zweite Wagen ist ein Rettungswagen zum Transport von mehreren Verletzten. Er wird bei Evakuierungen in Cherson helfen, wo Artillerie und Drohnen das Leben noch unsicherer machen, weil jeden Tag gezielt Jagd gemacht wird auf die Bewohner*innen, die hier noch immer in ihren Wohnhäusern und Höfen ausharren, weil sie zu arm oder alt sind, um zu fliehen, oder weil sie sich ganz bewusst dafür entscheiden zu bleiben. Winds of Changes hilft in einem Netzwerk diesen Menschen und schickt zudem in einem UNICEF-Programm mobile Teams zu Bildungseinrichtungen. Hier helfen sie individuell oder gruppenweise mit Therapie- und Entspannungsangeboten den vom Krieg traumatisierten Kindern.
Mitsamt den Wagen bringen wir lebensnotwendige Medikamente, die dank Apotheker ohne Grenzen und dem Hilfsnetzwerk für die NS-Überlebenden in größerem Umfang beschafft werden konnten. Sie gehen an eine Kinderklinik und eine Psychiatrie sowie an ältere Menschen in Odesa und anderen Regionen, darunter sind immer noch viele NS-Überlebende, die nun 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges hochbetagt abermals einen Krieg überstehen müssen. Viele ältere Menschen, die allein in ihren Wohnungen oder Häusern ausharren, leidern unter einer besonders prekären Versorgung. Hygienemittel und Säuglingsnahrung bekommen Familien, die von der Front geflohen sind. Außerdem haben wir White Boards dabei, die die Bildungsarbeit von Winds Of Change in ihren Familienzentren unterstützen.
Hier werden Betreuung, Bildung, Therapie und Sozialarbeit innovativ an einem sicheren Ort verbunden. Damit wird gezielt ein Angebot für die vielen Familien geschaffen, die aus den östlichen Frontgebieten geflohen sind, aber auch für zahlreiche Familien, die ohnehin schon in prekären Verhältnissen in den entlegenen Umlandgebieten Odesas leben. Für das erste solche Zentrum hatten wir vor zwei Jahren bei der Einrichtung, Technik und Bildungsmaterialien geholfen. Nun werden in Odesa, aber auch weiteren Regionen wie Mykolajiw und Cherson in Kooperation mit den örtlichen Kommunen weitere solche Zentren aufgebaut. Das zeigt, wie stark und erfindungsreich die ukrainische Zivilgesellschaft trotz oder gerade wegen all der Zumutungen dieses Krieges an der Zukunft des Landes arbeitet.
Zwischen Zerstörung und Zuversicht
Diese Fahrt hat uns abermals gezeigt, wie schrecklich und brutal die russische Aggression auf die Menschen in der Ukraine wirkt und zugleich Hoffnung gegeben, dass Solidarität und Zuversicht trotz allem stärker sind. Der nächste Transport in der zweiten Jahreshälfte ist schon in Planung. Spendet gerne. Jeder Beitrag hilft. Unsere Unterstützung ist mehr denn je gefragt.


11. Hilfstransport November 2024 – Generatoren und Medikamente für Odesa „Dass ihr zu uns nach Odesa kommt, stärkt uns so darin, jeden Tag weiter zu machen“ – das sagte uns die Geschäftsführerin Natalja Vegrian unserer Partnerorganisation Winds of Change, nachdem wir mit unserem Hilfstransport angekommen sind. Dabei ist es vielmehr der unermüdliche Einsatz ihres Teams – trotz wiederkehrendem Stromausfall und nächtlichem Luftalarm im nun dritten Kriegswinter, der uns beeindruckt. Schließlich sind wir für einen gemeinsame Lieferung des BerlinOdessaExpress und der NGO Mission Lifeline nur für anderthalb Tage in der Stadt. In dieser kurzen Zeit war es ruhig, es gab Strom und auf den ersten Blick erscheinen die beleben Straßen im Geschäftsverkehr normal. Doch bei einem zweiten Blick fallen Fensterhöhlen und beschädigte Fassaden auf. Kurz vor unserer Ankunft und in der Nacht auf unsere Abfahrt kommt es zu heftigen Raketenangriffen mitten in Wohnvierteln.
Die Teams von „Winds of Change“ fahren nach solchen Angriffen zu den getroffenen Orten, um ausgebombte Familien seelsorgerisch und ganz praktisch zu unterstützen. In Familienzentren werden die Menschen dann psychologisch betreut, Bildungsangebote für die Kinder sowie eine Unterkunft organisiert. Immer neue Menschen kommen aus den frontnahen Gebieten um Cherson und weiter östlich in die Stadt und nach den wiederholten Angriffen müssen auch zunehmend Stadtbewohner eine neue Bleibe suchen. Auch Mission Lifeline unterhält ein Gästehaus, das Geflüchtete erstversorgt und ihnen eine Perspektive nach dem Ankommen vermittelt.
Bei diesem Transport liefern wir in Zusammenarbeit mit Apotheker ohne Grenzen und dem Verein Kontakte Kontakty Medikamente und Hygienemittel für Familien und ältere Menschen, darunter NS-Überlebende, die der Krieg und die immer spürbareren Folgen besonders hart treffen. In einem Kinderkrankenhaus können wir einen Teil der Medikamente persönliche übergeben und mit der Pflegeleiterin sprechen. Sie berichtet von den großen Anstrengungen, um trotz der schwierigen Versorgungslage nicht nur die Kinder im regulären Klinikbetrieb gut zu betreuen, sondern sich auch auf noch schlimmere Szenarien vorzubereiten und notfalls viele schwer verletzte Patient*innen zu versorgen.
Mithilfe des Berliner Bezirks Lichtenberg und Spenden aus der Wirtschaft konnten wir zudem mehrere Generatoren für Bildungseinrichtungen und Familienzentren in der Stadt übergeben. Neben dieser materiellen Hilfe ist es vor allem die persönliche Solidarität, die unsere Partner*innen hervorheben.
Auch in diesem Jahr haben wir Weihnachtsgrüße aus Berliner Schulen und kleine Geschenke mitgebracht. Gerade in Zeiten, wo autoritäre Populist*innen die Solidarität mit dem angegriffenen Land untergraben wollen, kommt es auf diese zivilgesellschaftlichen Verbindungen umso mehr an. Die nächste Lieferung ist schon in Planung.

10. Hilfstransport Sommer 2024 – Krankenwagen und Medikamente für die Ukraine Im Juli konnten wir persönlich die 10. Lieferung an unsere Partner*innen in Odessa übergeben. Wir konnten ein Kinderkrankenhaus und eine Psychiatrischen Klinik in Odessa mit wichtigen Medikamenten im Wert von 80.000 Euro versorgen. Dies war nur die die erneute Unterstützung von Apotheker ohne Grenzen möglich. Darüber hinaus konnten wir wieder Verbänden für Überlebende der NS-Verfolgung in Odessa, Perejaslaw und Sdolbuniv (mit Unterstützung von Kontakte-Kontakty e.V. und dem Hilfsnetzwerk) und einem Medizinisches Versorgungszentrum in Ovidiopol Medikamente und Technik überreichen. Zwei Familien mit Kindern mit körperlichen Einschränkungen erhielten einen Rollstuhl. Ein Highlight für uns und unsere Partner war die Überführung eines voll ausgestatteten und einsatzbereiten Krankenwagens, der nun in einer ländlichen Gemeinde im Süden des Landes bei der Gesundheitsversorgung eingesetzt wird.




9. Hilfstransport – unsere Weihnachtslieferung ist am 17. Dezember 2023 in Odessa angekommen. Mit Hilfe von Schulen, Kitas und Unternehmen aus Berlin kamen über 300 liebevoll gepackte Weihnachtspäckchen für Kinder und ältere Menschen aus den Kriegsgebieten in der Ukraine zusammen. Mit lebensnotwendigen Medikamenten für ein Kinderkrankenhaus, ein Medizinisches Versorgungszentrum und drei NS-Überlebenden-Verbände sowie 15 leistungsstarken Generatoren war diese Lieferung besonders wichtig. Unterstützung erfahren wir erneut durch Kontakte-Kontakty e.V., Apotheker ohne Grenzen und die Elmag GmbH. Um alle Bedarfe zu decken und die Menschen in den anstehenden harten Monaten zu unterstützen, sind wir weiterhin auf Geldspenden angewiesen. Alle Infos dazu gibt es bei WE AID.
8. Hilfstransport – Persönliche Übergabe in Odessa
Von 5. Juli bis 10. Juli war ein Teil des Teams vom BerlinOdessaExpress persönlich in der Ukraine unterwegs. Wir haben einen VW-Transporter und Anhänger gefüllt mit 94 Kisten mit Medikamenten, Verbandsmaterial, Medizintechnik, einem Generator, zwei Rollstühlen, einem Toilettenstuhl und Hygieneartikeln über die polnisch-ukrainische Grenze nach Odessa gebracht. Die Hilfsgüter gingen an vier Krankenhäuser in Odessa, Kherson und Ovidiopol, an fünf Sozialverbände für Überlebende des Nationalsozialismus in Odessa, Perejaslaw, Sdolbuniv, Charkiw und Tscherniwiw und an Einrichtungen für hilfsbedürftige Menschen. Wir konnten uns persönlich mit unseren Partner*innen austauschen und unsere weitere Zusammenarbeit planen. Besonders schön war, dass wir das von uns und der Organisation Winds of Changes gegründete Smart Family Home besuchen durften. Dort finden geflüchtete Familien eine dauerhafte Unterkunft sowie Betreuungs- und Bildungsangebote. Begleitet wurde unsere Reise durch den Dokumentarfilmes Rick Minnich.
Den Podcast zu der Reise und den Hintergründen des BOE mit Feel Good – Happy People – Happy Planet gibt es hier.




7. Hilfstransport
Am 15. März 2023 ist unser 7. Transport gut in Odessa angekommen. Die Lieferung war wieder sehr groß, wir konnten sechs Generatoren, vier Notstromaggregate und vier Solarmodule, viele Medikamente und Materialien zur Wundversorgung, 50 Taschenlampen und Batterien, warme Decken, Pflegebetten, Hygieneartikel und Lebensmittel mitschicken. Ein Schwerpunkt diesmal war die Versorgung der Kinderabteilung der psychiatrischen Klinik in Odessa durch: Bettwäsche und warme Decken, Handtücher, Medikamente, Mal- und Bastelbedarf, 8 Tageslicht-Pendelleuchten. Weitere Partner waren: Krankenhäuser, Sozialstationen, der jüdische Verband, die NGO Winds Of Change, Ambulanzdienste.



6. Hilfstransport – unsere Weihnachtslieferung
Am 27. Dezember 2022 ist ein weiterer LKW vollgepackt mit humanitärer Hilfe in Odessa angekommen. Bis Anfang des neuen Jahres wurden alle Spenden durch unsere Partnerorganisationen an die Empfänger*innen übergeben. Darunter: acht leistungsstarke Generatoren, Notfallradios, 50 Power Banks, Lebensmittel, Medikamente, Babynahrung, warme Decken und Kleidung und über 500 Weihnachtspäckchen für ältere Menschen und Kinder.



5. Hilfstransport
Am 19. September 2022 kam unser Transport gut in Odessa an. Wir konnten Medikamente und Materialien zur Wundversorgung, medizinische Hilfsmittel, Technik, Lebensmittel, Hygieneprodukte und vieles mehr mitschicken.



